Geschichte, Kunst, Kultur im Überblick
Geschichte, Kunst, Kultur im Überblick
um 10 000 v. Chr.
Über die während der letzten Eiszeit trockene Beringstraße wandern Jäger und Sammler aus Sibirien nach Nordamerika. Deren Nachkommen breiten sich auf dem Kontinent aus und erreichen auch den Südwesten der USA.
um 9500-9000 v. Chr.
Die ersten Indianer Nordamerikas sind historisch nachweisbar. Sie werden nach einer archäologischen Fundstätte in New Mexico unweit der Grenze zu Texas ›Clovis‹ genannt. Ihre steinernen Speerspitzen sind im Südwesten weit verbreitet.
um 9000-8000 v. Chr.
Mit weiterentwickelten, zweiseitig ausgekehlten, steinernen Speerspitzen gehen die Folsom-Indianer vermutlich auf Bisonjagd. Ihren Namen verdankt diese Kultur einer archäologischen Fundstätte im nordöstlichen New Mexico.
ab ca. 8000 v. Chr.
Mit dem allmählichen Rückgang der Eismassen im Norden des Kontinents wandelt sich das Klima im Südwesten: die fruchtbaren, bewaldeten Regionen werden trockener und teilweise von Wüsten abgelöst.
ab ca. 1000 v. Chr.
Von Mexiko gelangt die Kenntnis der Landwirtschaft allmählich in den Südwesten. Es vergehen jedoch Jahrhunderte, bis sich die Indianer von der Tradition des Jagens und Sammelns lösen und hauptsächlich vom Anbau von Mais, Bohnen, Kürbis, Avocado oder Chili leben.
um 1000-1150 n. Chr.
Die Mimbres aus dem Mimbres Valley bei Silver City, die zu den Mogollon-Indianern zählen, produzieren während ihrer Blütezeit die feinste Keramik aller Indianerstämme nördlich von Mexiko. Ihre Hochkultur verschwindet im 13. Jh.
um 1150
Mit Acoma Pueblo wird eine der am längsten durchgehend bewohnten Orte nördlich von Mexiko gegründet.
13. Jh.
In der Blüte der Anasazi-Kultur entstehen mehrstöckige Klippenwohnungen aus Sandstein wie der riesige Cliff Palace im Mesa Verde National Park. Diese Cliff Dwellings werden Ende des 13. Jh. aus heute unbekannten Gründen verlassen.
14. Jh.
Die Hohokam-Indianer bewirtschaften die Wüsten Südarizonas mit Hilfe eines ausgedehnten Kanalsystems, gespeist von Salt River und Gila River. Als Nachfahren dieser im frühen 15. Jh. endenden Hochkultur gelten die Tohono O’Odham-Indianer.
1528-36
Nach dem gescheiterten spanischen Florida-Feldzug unter Pánfilo de Narváez kämpfen sich Alvar Nuñez Cabeza de Vaca, sein Sklave Estevanico und zwei Gefährten vom Golf von Florida aus zum Golf von Kalifornien durch. De Vacas Berichte von der ersten Kontinentaldurchquerung und dem Mythos der ›Sieben goldenen Städte von Cibola‹, die im Südwesten vermutet werden, lösen weitere Expeditionen aus.
1539
Der Franziskanerpater Marcos de Niza wird, begleitet von Estevanico, ausgesandt, die ›Sieben Städte‹ zu finden. Er muss die Expedition abbrechen, glaubt aber im Zuni-Pueblo Hawikuh (heute Zuni Indian Reservation, New Mexico) einen der goldenen Orte von Ferne erblickt zu haben.
1540-42
Der spanische General Francisco Vásquez de Coronado erobert mit 400 Gefolgsleuten Hawikuh, muss aber erkennen, dass weder dieses noch die anderen benachbarten Zuni-Pueblos, auf die sich der Mythos der ›Sieben goldenen Städte von Cibola‹ bezieht, Reichtümer besitzen. Auf einer Erkundungstour in die Umgebung gelangt Garcia López de Cárdenas 1540 als erster Weißer zum Rand des Grand Canyon.
1598
Eine Expedition unter Don Juan de Oñate folgt dem Rio Grande von El Paso aus nach Norden. Dieser 2400 km lange Camino Real von Mexico City nach Santa Fe bleibt bis ins 19. Jh. Hauptroute zwischen Mexiko und Nordamerika. Oñate, der neu ernannte Gouverneur der spanischen Provinz Nuevo México erobert im Folgejahr Acoma Pueblo und errichtet erste Siedlungen.
1610
Gouverneur Don Pedro de Peralta ernennt Santa Fe zur Hauptstadt von Nuevo México.
1680
Im Widerstand gegen die Christianisierung vertreiben die unter dem Medizinmann Popé vereinigten Pueblostämme des nördlichen Nuevo México die Spanier bis nach El Paso. Diese blutige Revolte ist einer der erfolgreichsten Indianeraufstände in der Neuen Welt.
1682
Robert Cavelier, Sieur de La Salle, nimmt das Einzugsgebiet des Mississippi (u. a. auch Teile des heutigen Bundesstaates Colorado) unter dem Namen Louisiana für Frankreich in Besitz.
1691
Der Jesuitenpater Eusebio Francisco Kino beginnt seine 20-jährige Missionstätigkeit im Süden Arizonas. Er hält Messen in Tumacacori und gründet später die ersten Missionen, u. a. San Xavier del Bac beim späteren Tucson.
1692-96
Unter Gouverneur Don Diego de Vargas erobern die Spanier Nuevo México zurück.
1706
Francesco Cuervo y Valdéz gründet Albuquerque.
1736
In der Nähe des Indianerdorfes Aleh-Shonak (bei der heutigen Stadt Nogales) werden reiche Silbervorkommen entdeckt. Aus der spanischen Lesart des Fundortes ›Arizonac‹ wird vermutlich später der Staatsname hergeleitet.
1752
In Tubac erbauen Spanier zum Schutz das erste europäische Presidio (›Fort‹) in Arizona.
1775
Errichtung des Presidio de San Agustin del Tucson, aus dem der spanische Ort Tucson hervorgeht.
1776
Die Franziskanerpater Francisco Dominguez und Sylvestre Velez de Escalante suchen von Santa Fe aus eine Überlandroute nach Kalifornien. Sie erkunden Utah und Arizona, ihr Ziel erreichen sie jedoch nicht. Ihre Berichte über die karge Wüstenlandschaft lassen das Interesse an weiteren Expeditionen erlahmen. Die Provinz Nuevo México bleibt bis ins 19. Jh. hinein ein schmaler Streifen entlang des Rio Grande.
1803
Mit dem Louisiana Purchase erwerben die USA von Frankreich das Einzugsgebiet des Mississippi bis zu den Rocky Mountains.
1805
Spanische Truppen unter Antonio Narbona töten 115 Navajo, die sich im Canyon de Chelly verschanzt haben.
1806/07
Durch den Verkauf Louisianas an die USA und eine Expedition unter US-Leutnant Zebulon Pike, die auf spanisches Territorium gerät, fühlen sich die Spanier in Nuevo México in ihren Interessen bedroht. Die Teilnehmer der Expedition werden aufgegriffen und für ein halbes Jahr in Santa Fe inhaftiert.
1821
Mexiko wird von Spanien unabhängig und erhält Nuevo México. Der Güteraustausch mit den USA wird gefördert. William Brecknell erschließt den 1400 km langen Handelsweg Santa Fe Trail von Franklin (Missouri) nach Santa Fe (Nuevo México).
1836
Der texanische Unabhängigkeitskrieg gegen Mexiko endet mit der Loslösung des eigenständigen Staates Texas, der neun Jahre später Teil der USA wird.
1846
Im Krieg zwischen den USA und Mexiko erobert die US-Armee Nuevo México und eröffnet mit dem Gila Trail eine Durchgangsroute nach Kalifornien. Sie folgt ab Tuscon nordwärts dem Santa Cruz River, dann westlich dem Gila River bis zur Mündung in den Colorado. 60 000 Menschen überqueren in den folgenden sechs Jahren bei Yuma per Fähre den Colorado River.
1847
In Taos (New Mexico) ermorden Pueblo-Indianer den US-Gouverneur Charles Bent. Wenig später erobert die US-Armee das Taos Pueblo im blutigen Handstreich. Beginn der 39 Jahre dauernden Indianerkriege im Südwesten.
1848
Mexiko tritt im Frieden von Guadalupe-Hidalgo Arizona, Colorado, Kalifornien, Nevada, New Mexico und Utah an die USA ab.
1854
Im Gadsden Purchase erwerben die USA von Mexiko Süd-Arizona. Dies ist (abgesehen von Alaska) die letzte US-Gebietserweiterung in Nordamerika.
1858-61
Zwischen St. Louis und San Francisco betreibt die Butterfield Overland Mail Company die erste transkontinentale Postkutschenlinie. Ihre Vierspänner bewältigen die 4500 km lange Route in nur 25 Tagen.
1861/62
Im Sezessionskrieg unterliegen die Konföderierten (Südstaaten) den Unionstruppen (Nordstaaten) am Glorieta Pass südöstlich von Santa Fe und räumen den Südwesten vollständig.
1863
Präsident Abraham Lincoln deklariert Arizona zum eigenständigen Territorium, wenig später wird Prescott dessen erste Hauptstadt.
1864-68
Colonel Christopher ›Kit‹ Carson nimmt im Canyon de Chelly 8000 Navajo gefangen. Sie werden im ›Langen Marsch‹ zunächst nach New Mexico umgesiedelt. In ihre Heimat zurückgekehrt, erhalten sie die größte Indianerreservation der USA zugesprochen und bleiben fortan friedlich.
1869
Major John Wesley Powell gelingt mit neun Kameraden erstmals die Durchquerung des Grand Canyon auf dem Colorado River per Floß.
1876
Das Gebiet Colorado wird 38. Bundesstaat der USA.
1878
John Lorenzo Hubbell kauft in der Navajo Indian Reservation in Ganado (Arizona) eine Handelsniederlassung, die heutige Hubbell Trading Post National Historic Site.
1881
Die Southern Pacific Railroad baut die erste transkontinentale Eisenbahnlinie durch den Süden der USA. Sie folgt in etwa dem Gila Trail. - In der berühmten Schießerei am O. K. Corral in Tombstone (Arizona) töten die Brüder Morgan, Virgil und Wyatt Earp sowie Doc Holliday drei um ihre Weiderechte kämpfende Cowboys. - William H. ›Billy the Kid‹ Bonney, der mit 21 Jahren schon weit über 20 Menschen ermordet haben soll, wird von Sheriff Pat Garrett in Fort Sumner (New Mexico) erschossen.
1886
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In Arizona legt Häuptling Geronimo von den Chiricahua-Apachen als letzter die Waffen nieder, die Indianerkriege sind damit beendet.
1889
Phoenix wird neue Hauptstadt des Arizona Territory.
1896
Mit einer neuen Verfassung, die Polygamie verbietet und die Kontrolle der Regierung durch eine Kirche untersagt, wird der Mormonenstaat Utah 45. Bundesstaat der USA.
1909
Der Mesa Verde National Park in Colorado wird als erster Nationalpark im Südwesten der USA gegründet.
1912
Die Territorien von New Mexico und Arizona werden zum 47. bzw. 48. Bundesstaat der USA ernannt.
1916
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Der mexikanische Revolutionär Francisco
›Pancho
‹ Villa greift mit einer 1000-Mann-Truppe Columbus (New Mexico) an. Es ist das einzige Mal nach dem Krieg mit Mexiko 1846, dass fremde Truppen auf US-Festland vordringen.
1924
Die US-Indianer erhalten die amerikanische Staatsbürgerschaft und das Wahlrecht.
1926
Die Route 66, die legendäre Transkontinentalstrecke von Chicago quer durch New Mexico und Arizona nach Los Angeles, wird eingeweiht.
1931
In Nevada wird das Glücksspiel legalisiert, und Las Vegas entwickelt sich allmählich zum größten Spielerparadies der Welt. Auch das Heiraten wird wegen der liberalen Gesetze dort populär.
1934
Mit Polizeigewalt lässt der Gouverneur von Arizona die Bauarbeiten am Parker Dam stoppen. Er befürchtet, dass zuviel Wasser aus dem Colorado River nach Kalifornien abgeleitet wird.
1935
Das Civilian Conservation Corps, ein öffentliches Arbeitsbeschaffungsprogramm unter Präsident Franklin D. Roosevelt, beschäftigt eine halbe Million Arbeitslose, die in vielen Nationalparks Wanderwegenetze einrichten.
1936
Der Hoover Dam an der Grenze Arizona/Nevada staut den Colorado River zum Lake Mead auf, dem größten Stausee der USA.
1945
Am 16. Juli wird auf der Trinity Site in New Mexico die erste Atombombe gezündet. Sie ist als Manhattan Project u. a. in Los Alamos (New Mexico) entwickelt worden.
1964
In Page (Arizona) staut der Glen Canyon Dam den Colorado River zum Lake Powell auf, dem zweitgrößten Stausee der USA.
1991
Das Central Arizona Project, ein gigantisches Aquädukt-System, das Wasser aus dem Colorado River vom Parker Dam über Phoenix in den Süden Arizonas leitet, erreicht Tucson.
1994
Der Saguaro National Park bei Tucson in Arizona wird eingerichtet.
1998
Mit Eröffnung des ›Bellagio‹, dessen Räume mit impressionistischen und modernen Bildern geschmückt sind, läutet Las Vegas eine Image-Wende ein.
2000
Die Great Sand Dunes in Colorado werden zum Nationalpark erklärt.
2001
George W. Bush, einstiger republikanischer Gouverneur von Texas, wird 43. Präsident der USA.
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